Dynamics 365 Release Waves 2026: Chancen, Risiken und wie Sie Ihr Unternehmen sicher durch Updates führen
- sabineknoll3
- vor 6 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Mit der Release Wave 1 2026 (April–September) führt Microsoft hunderte neue Funktionen, insbesondere rund um Copilot, AI-Agents und Dataverse ein. Diese erweitern die Möglichkeiten erheblich – bringen aber gleichzeitig neue Herausforderungen für Unternehmen mit sich.
Dieser Artikel zeigt Ihnen aus der Praxisperspektive, wo konkrete Risiken entstehen – und vor allem, wie Sie diese strukturiert beherrschen.
Microsoft verfolgt mit den aktuellen Release-Waves eine klare Strategie
Dynamics 365 entwickelt sich zu einer AI-getriebenen, kontinuierlich aktualisierten Plattform. Im Zentrum stehen:
KI-gestützte Prozesse und Copilot-Integration
stärkere Vernetzung zwischen Anwendungen (ERP, CRM, M365)
häufigere, kleinere Updates statt großer Releases
Gleichzeitig bleibt das klassische Wave-Modell bestehen – mit zwei Haupt-Releases pro Jahr, deren Inhalte sich jedoch laufend weiterentwickeln können. Für Unternehmen bedeutet das: Planbarkeit nimmt ab – Dynamik nimmt zu.
Wo entstehen konkret Probleme in der Praxis?
1. Automatisch aktivierte Funktionen und fehlende Kontrolle
Ein zentraler Punkt vieler Unternehmen ist die Art, wie Features bereitgestellt werden. Microsoft unterscheidet in den Release-Plänen explizit zwischen:
automatisch aktivierten Features (für User oder Admins)
optional aktivierbaren Funktionen
Das Problem: Viele Änderungen – insbesondere im UI oder bei KI-Funktionen – werden ohne explizites Opt-in aktiv.
Das führt in der Praxis zu:
veränderten Benutzeroberflächen ohne Vorankündigung
neuen Funktionen im Produktivsystem ohne Tests
steigender Supportlast direkt nach Updates
Das ist kein Fehler im System, sondern Teil der SaaS-Strategie. Unternehmen verlieren bewusst einen Teil der Release-Kontrolle zugunsten schneller Innovation.
Quelle: (Microsoft Learn)
2. Komplexität durch KI und Copilot
Die 2026 Release Wave bringt eine massive Ausweitung von:
Copilot-Funktionen
rollenbasierten AI-Agents
automatisierten Entscheidungsprozessen
Diese Technologien greifen tief in Geschäftsprozesse ein:
Vertriebsprozesse werden durch KI priorisiert
Finanz- und Supply-Chain-Prozesse werden automatisiert
Daten werden kontextübergreifend verknüpft
Das Risiko liegt weniger in der Technik – sondern in der Organisation:
fehlende Governance für KI-Nutzung
unklare Verantwortlichkeiten für Entscheidungen
mangelndes Verständnis der Nutzer für Systemverhalten
Typisches Symptom: „Das System macht Dinge automatisch – aber keiner weiß genau warum.“
3. Integrations- und Customizing-Risiken
Dynamics 365 ist heute stärker denn je:
API-getrieben
datenzentriert (Dataverse)
eng mit anderen Plattformen verbunden
Mit jeder Release-Wave ändern sich:
Datenstrukturen
Schnittstellen
Logiken in Standardprozessen
Microsoft selbst betont, dass neue Funktionen und Änderungen kontinuierlich bereitgestellt werden und sich Inhalte sogar während der Wave noch verändern können.
Für Unternehmen bedeutet das konkret:
individuelle Erweiterungen können unerwartet beeinflusst werden
Integrationen (z. B. zu Drittsystemen) müssen regelmäßig geprüft werden
„upgrade-safe“ Entwicklungen sind kein Nice-to-have mehr, sondern Pflicht
4. Veränderungen in UX und Arbeitsweise
Ein oft unterschätzter Faktor sind Änderungen in:
Benutzeroberflächen
Navigationslogiken
Arbeitsprozessen
Beispiel aus der aktuellen Wave:
modernisierte UI-Konzepte
neue AI-gestützte Arbeitsoberflächen
stärkere Kontextintegration über Anwendungen hinweg
Das führt zu einem klassischen Problem: Technisch funktioniert alles – aber die Produktivität sinkt kurzfristig. Der Grund dafür, Nutzer müssen ihre gewohnten Arbeitsweisen anpassen.
5. Planungsunsicherheit durch dynamische Release-Inhalte
Microsoft weist explizit darauf hin, dass:
Funktionen verschoben werden können
Inhalte sich während der Wave ändern können
nicht alle angekündigten Features zwingend ausgeliefert werden
Für Projekt- und IT-Leitung bedeutet das:
Roadmaps werden unsicherer
Budget- und Ressourcenplanung wird schwieriger
Priorisierung von Initiativen wird komplexer
Wie Sie diese Herausforderungen erfolgreich bewältigen
Die gute Nachricht: Diese Risiken sind beherrschbar – wenn Sie Ihr Operating Model anpassen.
1. Etablieren Sie ein strukturiertes Release Management
Viele Unternehmen behandeln Release-Waves noch wie klassische Updates. Das ist nicht mehr ausreichend. Empfehlung:
Definieren Sie einen festen Release-Zyklus intern (z. B. monatlich)
Bewerten Sie neue Features systematisch nach Business Impact
Priorisieren Sie aktiv, welche Funktionen Sie nutzen wollen
Best Practice: Ein „Release Board“ aus IT + Fachbereich.
2. Arbeiten Sie konsequent mit Sandbox- und Teststrategien
Microsoft stellt bewusst Werkzeuge zur Verfügung, um Releases vorab zu testen. Das sollten Sie nutzen für:
Regressionstests
Integrationsprüfungen
User Acceptance Tests
Wichtig: Testen Sie nicht nur Technik – sondern auch Prozesse.
3. Etablieren Sie klare Governance für KI und Automatisierung
Mit Copilot & AI-Agents benötigen Sie neue Regeln:
Wer darf KI-Funktionen nutzen?
Welche Daten dürfen verarbeitet werden?
Welche Entscheidungen bleiben menschlich?
Ohne Governance entstehen:
Compliance-Risiken
ineffiziente Prozesse
Vertrauensverlust bei Nutzern
4. Investieren Sie in kontinuierliches Enablement
Release-Waves sind kein IT-Thema mehr – sondern ein Change-Thema. Erfolgreiche Unternehmen:
schulen kontinuierlich statt punktuell
kommunizieren Änderungen frühzeitig
begleiten Nutzer aktiv durch neue Funktionen
5. Setzen Sie auf „Upgrade-safe“ Architektur
Technisch bedeutet das:
Verzicht auf Overlayering
Nutzung von Extensions und APIs
klare Trennung von Standard und Custom Code
Nur so stellen Sie sicher, dass Updates:
stabil laufen
wartbar bleiben
skalierbar sind
Fazit: Release Waves sind kein Risiko – wenn Sie richtig damit umgehen
Die Dynamics 365 Release Waves 2026 zeigen deutlich: Die Plattform entwickelt sich von einem ERP-System zu einem intelligenten, permanent lernenden Business-System.
Damit verändern sich auch die Anforderungen an Unternehmen:
weniger Kontrolle über Updates
mehr Verantwortung für Governance
höherer Bedarf an organisatorischer Reife
Wenn Sie jedoch:
strukturiertes Release Management etablieren
KI gezielt steuern
Ihre Architektur modernisieren
und Ihre Nutzer aktiv begleiten
werden Release-Waves nicht zum Risiko – sondern zum klaren Wettbewerbsvorteil.




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