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Dynamics 365 Release Waves 2026: Chancen, Risiken und wie Sie Ihr Unternehmen sicher durch Updates führen 


Mit der Release Wave 1 2026 (April–September) führt Microsoft hunderte neue Funktionen, insbesondere rund um Copilot, AI-Agents und Dataverse ein. Diese erweitern die Möglichkeiten erheblich – bringen aber gleichzeitig neue Herausforderungen für Unternehmen mit sich. 

Dieser Artikel zeigt Ihnen aus der Praxisperspektive, wo konkrete Risiken entstehen – und vor allem, wie Sie diese strukturiert beherrschen

 

Microsoft verfolgt mit den aktuellen Release-Waves eine klare Strategie 

Dynamics 365 entwickelt sich zu einer AI-getriebenen, kontinuierlich aktualisierten Plattform. Im Zentrum stehen: 

  • KI-gestützte Prozesse und Copilot-Integration 

  • stärkere Vernetzung zwischen Anwendungen (ERP, CRM, M365) 

  • häufigere, kleinere Updates statt großer Releases 

Gleichzeitig bleibt das klassische Wave-Modell bestehen – mit zwei Haupt-Releases pro Jahr, deren Inhalte sich jedoch laufend weiterentwickeln können. Für Unternehmen bedeutet das: Planbarkeit nimmt ab – Dynamik nimmt zu. 

 

Wo entstehen konkret Probleme in der Praxis? 

1. Automatisch aktivierte Funktionen und fehlende Kontrolle 

Ein zentraler Punkt vieler Unternehmen ist die Art, wie Features bereitgestellt werden. Microsoft unterscheidet in den Release-Plänen explizit zwischen: 

  • automatisch aktivierten Features (für User oder Admins) 

  • optional aktivierbaren Funktionen  

Das Problem: Viele Änderungen – insbesondere im UI oder bei KI-Funktionen – werden ohne explizites Opt-in aktiv

Das führt in der Praxis zu: 

  • veränderten Benutzeroberflächen ohne Vorankündigung 

  • neuen Funktionen im Produktivsystem ohne Tests 

  • steigender Supportlast direkt nach Updates 

Das ist kein Fehler im System, sondern Teil der SaaS-Strategie. Unternehmen verlieren bewusst einen Teil der Release-Kontrolle zugunsten schneller Innovation. 

Quelle: (Microsoft Learn)  

2. Komplexität durch KI und Copilot 

Die 2026 Release Wave bringt eine massive Ausweitung von: 

  • Copilot-Funktionen 

  • rollenbasierten AI-Agents 

  • automatisierten Entscheidungsprozessen 

Diese Technologien greifen tief in Geschäftsprozesse ein: 

  • Vertriebsprozesse werden durch KI priorisiert 

  • Finanz- und Supply-Chain-Prozesse werden automatisiert 

  • Daten werden kontextübergreifend verknüpft 

Das Risiko liegt weniger in der Technik – sondern in der Organisation

  • fehlende Governance für KI-Nutzung 

  • unklare Verantwortlichkeiten für Entscheidungen 

  • mangelndes Verständnis der Nutzer für Systemverhalten 

Typisches Symptom: „Das System macht Dinge automatisch – aber keiner weiß genau warum.“ 

 

3. Integrations- und Customizing-Risiken 

Dynamics 365 ist heute stärker denn je: 

  • API-getrieben 

  • datenzentriert (Dataverse) 

  • eng mit anderen Plattformen verbunden 

Mit jeder Release-Wave ändern sich: 

  • Datenstrukturen 

  • Schnittstellen 

  • Logiken in Standardprozessen 

Microsoft selbst betont, dass neue Funktionen und Änderungen kontinuierlich bereitgestellt werden und sich Inhalte sogar während der Wave noch verändern können. 

Für Unternehmen bedeutet das konkret: 

  • individuelle Erweiterungen können unerwartet beeinflusst werden 

  • Integrationen (z. B. zu Drittsystemen) müssen regelmäßig geprüft werden 

  • „upgrade-safe“ Entwicklungen sind kein Nice-to-have mehr, sondern Pflicht 

 

4. Veränderungen in UX und Arbeitsweise 

Ein oft unterschätzter Faktor sind Änderungen in: 

  • Benutzeroberflächen 

  • Navigationslogiken 

  • Arbeitsprozessen 

Beispiel aus der aktuellen Wave: 

  • modernisierte UI-Konzepte 

  • neue AI-gestützte Arbeitsoberflächen 

  • stärkere Kontextintegration über Anwendungen hinweg  

Das führt zu einem klassischen Problem: Technisch funktioniert alles – aber die Produktivität sinkt kurzfristig. Der Grund dafür, Nutzer müssen ihre gewohnten Arbeitsweisen anpassen. 

 

5. Planungsunsicherheit durch dynamische Release-Inhalte 

Microsoft weist explizit darauf hin, dass: 

  • Funktionen verschoben werden können 

  • Inhalte sich während der Wave ändern können 

  • nicht alle angekündigten Features zwingend ausgeliefert werden  

Für Projekt- und IT-Leitung bedeutet das: 

  • Roadmaps werden unsicherer 

  • Budget- und Ressourcenplanung wird schwieriger 

  • Priorisierung von Initiativen wird komplexer 

 

Wie Sie diese Herausforderungen erfolgreich bewältigen 

Die gute Nachricht: Diese Risiken sind beherrschbar – wenn Sie Ihr Operating Model anpassen. 

1. Etablieren Sie ein strukturiertes Release Management 

Viele Unternehmen behandeln Release-Waves noch wie klassische Updates. Das ist nicht mehr ausreichend. Empfehlung: 

  • Definieren Sie einen festen Release-Zyklus intern (z. B. monatlich) 

  • Bewerten Sie neue Features systematisch nach Business Impact 

  • Priorisieren Sie aktiv, welche Funktionen Sie nutzen wollen 

Best Practice: Ein „Release Board“ aus IT + Fachbereich. 

 

2. Arbeiten Sie konsequent mit Sandbox- und Teststrategien 

Microsoft stellt bewusst Werkzeuge zur Verfügung, um Releases vorab zu testen. Das sollten Sie nutzen für: 

  • Regressionstests 

  • Integrationsprüfungen 

  • User Acceptance Tests 

Wichtig: Testen Sie nicht nur Technik – sondern auch Prozesse. 

 

3. Etablieren Sie klare Governance für KI und Automatisierung 

Mit Copilot & AI-Agents benötigen Sie neue Regeln: 

  • Wer darf KI-Funktionen nutzen? 

  • Welche Daten dürfen verarbeitet werden? 

  • Welche Entscheidungen bleiben menschlich? 

Ohne Governance entstehen: 

  • Compliance-Risiken 

  • ineffiziente Prozesse 

  • Vertrauensverlust bei Nutzern 

 

4. Investieren Sie in kontinuierliches Enablement 

Release-Waves sind kein IT-Thema mehr – sondern ein Change-Thema. Erfolgreiche Unternehmen: 

  • schulen kontinuierlich statt punktuell 

  • kommunizieren Änderungen frühzeitig 

  • begleiten Nutzer aktiv durch neue Funktionen 

 

5. Setzen Sie auf „Upgrade-safe“ Architektur 

Technisch bedeutet das: 

  • Verzicht auf Overlayering 

  • Nutzung von Extensions und APIs 

  • klare Trennung von Standard und Custom Code 

Nur so stellen Sie sicher, dass Updates: 

  • stabil laufen 

  • wartbar bleiben 

  • skalierbar sind 

 

Fazit: Release Waves sind kein Risiko – wenn Sie richtig damit umgehen 

Die Dynamics 365 Release Waves 2026 zeigen deutlich: Die Plattform entwickelt sich von einem ERP-System zu einem intelligenten, permanent lernenden Business-System

Damit verändern sich auch die Anforderungen an Unternehmen: 

  • weniger Kontrolle über Updates 

  • mehr Verantwortung für Governance 

  • höherer Bedarf an organisatorischer Reife 

Wenn Sie jedoch: 

  • strukturiertes Release Management etablieren 

  • KI gezielt steuern 

  • Ihre Architektur modernisieren 

  • und Ihre Nutzer aktiv begleiten 

werden Release-Waves nicht zum Risiko – sondern zum klaren Wettbewerbsvorteil


 

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